Spielhalle & SpielV
Spielhalle Tricks für Book of Ra: heiße Automaten und Spielverordnung
In der Spielhalle sieht man andere Spieler gewinnen, Geräte stehen nebeneinander, und die Uhr läuft mit. Das nährt eigene Tricks – und trifft auf ein Regelwerk, das Beträge und Zeiten genauer festlegt als jedes Online-Spiel.

Die meisten Spielhalle Tricks entstehen aus dem, was man dort sehen kann und online nicht: den Nachbarn, der seit einer Stunde am selben Gerät sitzt, den Spieler, der gerade aufgestanden ist, das Gerät, an dem vorhin jemand die Freispiele bekommen hat. Online sieht jeder nur sein eigenes Spiel. In der Spielhalle entsteht eine Art öffentliche Statistik, und aus ihr werden Regeln abgeleitet: Welches Gerät ist „heiß“, wann ist eines „fällig“, zu welcher Uhrzeit zahlen sie besser.
Bevor diese Tricks für Book of Ra in der Spielhalle einzeln geprüft werden, lohnt ein Blick auf das Regelwerk, denn das ist in der Spielhalle ein anderes als online. Es gilt die Spielverordnung, kurz SpielV, und ihr § 13 legt für jedes Geldspielgerät fest, wie lange ein Spiel mindestens dauert, wie viel es kosten und bringen darf und wann das Gerät eine Pause einlegen muss.
Was § 13 SpielV für jedes Gerät vorgibt
| Regel | Wert | Fundstelle |
|---|---|---|
| Mindestspieldauer | 5 Sekunden | § 13 Nr. 2 |
| Höchsteinsatz im 5-Sekunden-Spiel | 0,20 € | § 13 Nr. 2 |
| Höchstgewinn im 5-Sekunden-Spiel | 2 € | § 13 Nr. 2 |
| Längere Spiele, je volle Sekunde | + 0,03 € Einsatz, + 0,30 € Gewinn, bis 75 Sekunden | § 13 Nr. 3 |
| Höchstverlust pro Stunde | 60 € | § 13 Nr. 4 |
| Höchstgewinn abzüglich Einsätze pro Stunde | 400 € | § 13 Nr. 5 |
| Jackpots und Sonderzahlungen | ausgeschlossen | § 13 Nr. 5 |
| Pause nach einer Stunde | mindestens 5 Minuten | § 13 Nr. 6 |
| Ruhezustand nach drei Stunden | mindestens 5 Minuten, Geldspeicher geleert | § 13 Nr. 6a |
| Geldspeicher | höchstens 10 € | § 13 Nr. 7 |
| Einsatz nur durch eigene Betätigung | kein Autoplay | § 13 Nr. 7 |
| Spielen nur mit Identifikationsmittel | gerätegebunden, personenungebunden | § 13 Nr. 10 |
Die Tabelle liest sich wie ein Katalog von Verboten, sie ist aber vor allem eine Beschreibung der Mechanik. Ein Spiel von fünf Sekunden mit 0,20 € Einsatz ist die Grundeinheit. Höhere Einsätze sind nur möglich, wenn das Spiel länger dauert: für jede volle Sekunde über fünf hinaus 0,03 € mehr Einsatz und 0,30 € mehr Gewinn, gedeckelt bei 75 Sekunden. Rechnet man das bis zur Obergrenze durch, ergeben sich 2,30 € Einsatz und 23 € Gewinn in einem einzelnen Spiel – eine eigene Rechnung, der Verordnungstext nennt nur die Schritte.
Dazu kommen die Stundengrenzen. Einsätze abzüglich Gewinne dürfen in einer Stunde 60 € nicht übersteigen, Gewinne abzüglich Einsätze nicht 400 €. Auf lange Sicht erklärt der Hersteller nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 SpielV, dass „kein höherer Betrag als 20 Euro je Stunde als Kasseninhalt verbleibt“. Und derselbe Absatz verlangt die Erklärung, dass die Gewinnaussichten zufällig sind, dass „für jeden Spieler gleiche Chancen eröffnet werden“ und dass die angezeigten Gewinnaussichten nie einen festen Gegenwert von 300 € übersteigen.
Ein Satz aus § 13 Nr. 5 verdient eigene Erwähnung: „Jackpots und andere Sonderzahlungen jeder Art sind ausgeschlossen.“ Geschichten von einem Topf, der sich an einem Gerät über den Abend aufbaut und irgendwann ausgeschüttet werden muss, haben in einer deutschen Spielhalle also keine Grundlage. Jede Auszahlung kommt aus dem einzelnen Spiel, gedeckelt durch die Beträge in der Tabelle.
Um jedes Gerät herum gelten weitere Regeln. Nach § 3 Abs. 2 SpielV darf in einer Spielhalle höchstens ein Geldspielgerät auf 12 Quadratmeter kommen, insgesamt höchstens 12. Jede Bauart braucht eine Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB); zugelassene Geräte dürfen vier Jahre lang aufgestellt werden, und nach § 7 Abs. 1 SpielV muss jedes Gerät innerhalb von 24 Monaten von einem vereidigten Sachverständigen oder einer von der PTB zugelassenen Stelle überprüft werden.
Nicht zu verwechseln ist das mit § 6a SpielV und seinen „nicht mehr als sechs Freispielen“. Diese Vorschrift gilt für Spielgeräte ohne Bauartzulassung, nicht für zugelassene Geldspielgeräte, und hat mit den Freispielen von Book of Ra nichts zu tun.
Book of Ra auf Novoline-Geräten in der Spielhalle
In deutschen Spielhallen läuft Book of Ra nicht als eigenständiges Gerät, sondern als Titel in einem Spielepaket. Novomatics deutsche Tochter LÖWEN ENTERTAINMENT bietet für Spielhallen das Paket „NOVOLINE 2026“ mit 100 Spielen und „FORTUNE“ mit 95 Spielen an; hervorgehoben werden Book of Ra Treasure Gems und Book of Ra Treasure Gems Hot. Das Mehrspiel-Konzept unter dem Namen Novoline hat LÖWEN nach der Firmenchronik von Novomatic 2006 eingeführt.
Mit den Online-Versionen sind diese Geräte rechtlich nicht verwandt. Virtuelle Automatenspiele im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags dürfen nach § 22a Abs. 12 GlüStV nicht stationär vertrieben werden; in der Spielhalle steht ein Geldspielgerät nach Spielverordnung. Wie Book of Ra dort genau aussieht – welche Einsatzstufen angeboten werden, wie die Freispiele mit ihrem ausdehnenden Symbol in die Grenzen von 2 € und fünf Sekunden eingepasst sind –, ist in keinem öffentlich zugänglichen Dokument des Herstellers oder der PTB beschrieben. Fest steht nur der Rahmen aus § 13 SpielV, den jede zugelassene Bauart erfüllen muss. Was die Online-Versionen unterscheidet, zeigt die Übersicht der Book of Ra Versionen.
Die bekanntesten Spielhalle Tricks im Test
Heiße und kalte Geräte
Ein „heißes“ Gerät erkennt man an häufigen Gewinnkombinationen, regelmäßigen Bonusauslösungen, steigendem Guthaben, daran, dass auch andere daran gewinnen, und an einem „guten Gefühl“. Ein „kaltes“ zeigt lange Verlustserien und keine Bonusrunden, und der Vorgänger ist auch ohne Gewinn gegangen.
- Die Technische Richtlinie 5.0 der PTB verlangt unter „Zufälligkeit der Gewinnaussichten“, dass diese „keinen langfristigen Trends“ unterliegen. Ein Gerät, das über Phasen hinweg heiß oder kalt wäre, hätte genau so einen Trend.
- Jede der genannten Beobachtungen beschreibt die Vergangenheit. Bei unabhängigen Runden folgt aus zehn guten Runden nicht die elfte, aus zehn schlechten auch nicht.
- Was das Guthaben am Gerät begrenzt, ist nicht die Laune des Geräts, sondern die Verordnung: 10 € im Geldspeicher, 60 € Verlust und 400 € Nettogewinn pro Stunde.
Funktioniert nicht Ob ein Gerät zuletzt viel oder wenig ausgezahlt hat, sagt über seine nächste Runde nichts.
Anderen zusehen und das Gerät übernehmen
Wer anderen Spielern zusieht, weiß, welches Gerät lange nichts ausgezahlt hat. Steht dort jemand frustriert auf, soll man sich hinsetzen, weil das Gerät nun „fällig“ sei.
- Die PTB-Richtlinie hält ausdrücklich fest: Es gibt „keine Abhängigkeit der Gewinnaussichten von den spielenden Personen“. Ein Spielerwechsel ist für das Gerät kein Ereignis.
- „Fällig“ setzt voraus, dass ein Gerät Verluste der Vorgänger ausgleichen muss. Die Herstellererklärung nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 SpielV betrifft aber nur die langfristige Betrachtung über viele Stunden, nicht die nächste Viertelstunde.
- Nach drei Stunden wird das Gerät ohnehin in den Ruhezustand versetzt, der Geldspeicher geleert und jede Anzeige auf ihre Anfangswerte gesetzt. Die Verordnung sieht damit genau das Gegenteil eines angesparten Guthabens vor.
Funktioniert nicht Die Gewinnaussichten hängen nicht davon ab, wer spielt und wer vorher gespielt hat.
Drehungen zählen und die richtige Tageszeit
Wer die Drehungen seit den letzten Freispielen zählt, weiß, wann die nächsten kommen. Und zu manchen Tageszeiten sollen die Geräte besser auszahlen als zu anderen.
- Die Freispiele von Book of Ra werden durch drei oder mehr Bücher an beliebiger Stelle ausgelöst, in jeder Runde mit derselben Wahrscheinlichkeit. Ein Zähler, der sich füllt, kommt in den Regeln nicht vor.
- Eine Abhängigkeit von der Uhrzeit wäre ein Trend im Sinne der PTB-Richtlinie und widerspräche gleichen Chancen für jeden Spieler nach § 12 Abs. 2 Nr. 2 SpielV – der Spieler am Vormittag hätte andere Aussichten als der am Abend.
- Wie lang Strecken ohne Freispiele sein können, zeigt die Demonstration auf der Startseite: Mit Freispielen im Schnitt einmal in 228 Runden bleiben dort in rund 11 % aller Serien von 500 Runden die Freispiele ganz aus.
Funktioniert nicht Weder die Zahl der Drehungen seit dem letzten Bonus noch die Uhrzeit spielt für den Zufallsgenerator eine Rolle.
Die Novoline-Einsatzpause
Auf Fruit X Card oder American Poker 2 soll man schnell Geld nachlegen, bis die „Einsatzpause“ kommt, und dann den Einsatz von 0,20 € auf 0,30 bis 0,50 € erhöhen. Das führe zu Gewinnen von 160 bis 180 €, bevor das Gerät das Geld wieder „herunterziehe“.
- Mehr als 0,20 € pro Spiel sind nach § 13 Nr. 2 und 3 SpielV nur in einem Spiel möglich, das länger als fünf Sekunden dauert. Ein höherer Einsatz kauft also Spielzeit, keine bessere Quote.
- Was die Anleitung mit „Einsatzpause“ meint, bleibt offen. Die Verordnung kennt eine Pause: fünf Minuten nach einer Stunde Spielbetrieb, in denen das Gerät weder Einsätze annimmt noch Gewinne auszahlt.
- Gewinne von 160 bis 180 € liegen innerhalb der Stundengrenze von 400 €. Dass das Gerät sie danach „zurückholt“, setzt ein Gedächtnis für frühere Gewinne voraus – also genau den langfristigen Trend, den die PTB-Richtlinie ausschließt.
Funktioniert nicht Ein höherer Einsatz ist in der Spielhalle nur ein längeres Spiel, und ein Gerät, das Geld „zurückholt“, bräuchte ein Gedächtnis, das nicht zugelassen wird.
Zwei weitere Spielhallen-Klassiker haben eigene Seiten: der Novoline 2 Euro Trick, der mit zehn Runden zu 0,20 € die gute Phase eines Geräts erkennen will, und die Book of Ra Tastenkombination mit Info-Taste und Sechs-Tasten-Griff.
Punkte, Bank und Geldspeicher
Ein Teil der Spielhallen-Folklore dreht sich nicht um Gewinnchancen, sondern um Punkte. Seit 2006 gab es das sogenannte Punktespiel, bei dem am Gerät nicht mit Euro, sondern mit Punkten gerechnet wurde. Das Bundeswirtschaftsministerium beschrieb es im Entwurf der Sechsten Verordnung zur Änderung der Spielverordnung (Bundesrats-Drucksache 437/13) als Praxis, mit der die Grenzen der Verordnung umgangen wurden. Die Änderung verbot das „Vorheizen“, also das Vorladen von Punkten durch das Personal, und begrenzte die sogenannten Gewinnanmutungen über eine Herstellererklärung. Ein vollständiges Verbot hielt der Verordnungsgeber für untauglich: „Ein Verbot des Punktespiels wäre weitgehend wirkungslos, weil es Umgehungen zur Folge hätte.“
Die PTB zieht in ihrer Technischen Richtlinie 5.0 vom 27.01.2015 eine klare Linie: Nach § 13 Nr. 1 SpielV darf der Einsatz nur in Euro oder Cent erfolgen, Geldäquivalente sind nicht erlaubt, und die 300-€-Grenze für angezeigte Gewinnaussichten „geht“ deshalb „ins Leere“.
Ganz so eindeutig sieht es nicht jeder. Der Glücksspielforscher Prof. Gerhard Meyer berichtete im Juni 2019 von Feldtests an Geräten nach TR 5.0, bei denen der frühere Punktespeicher durch eine „Bank“ ersetzt worden sei. Nach seinen Beobachtungen wurden aus 10 € je nach Gerät 1.010, 990 oder 1.000 Einheiten, Einsätze reichten bis 200 Wertpunkte, nach seiner Einschätzung etwa zwei Euro, und Gewinne bis rund 100.000 Punkte. Das ist Meyers Befund, nicht die Lesart der PTB, und die beiden Darstellungen stehen nebeneinander, ohne dass eine öffentlich zugängliche Quelle den Widerspruch auflöst. Für die Tricks oben ändert der Streit nichts: Ob Euro oder Einheiten angezeigt werden, die Gewinnaussichten bleiben zufällig.
Was sich am Gerät tatsächlich einstellen lässt
Übrig bleibt eine kurze Liste. Der Einsatz pro Spiel lässt sich wählen, innerhalb der Stufen, die das Gerät anbietet, und mit dem Wissen, dass ein höherer Einsatz nur in einem längeren Spiel möglich ist. Die Spieldauer einer Sitzung lässt sich wählen, und die Verordnung liefert mit der Pause nach einer Stunde einen festen Punkt, an dem das Aufhören leichter fällt als mitten in einer Serie. Ob die Freispiele eines Abends kommen, lässt sich nicht wählen; wie sie ablaufen, wenn sie kommen, beschreibt die Seite zu den Book of Ra Freispielen.
Und dann ist da noch das Identifikationsmittel nach § 13 Nr. 10 SpielV. Es ist gerätegebunden und personenungebunden, es sagt dem Gerät also, dass ein zulässiges Spiel stattfindet, aber nicht, wer spielt. Wer glaubt, ein Gerät erkenne Stammspieler und behandle sie anders, findet schon in dieser Konstruktion die Antwort.
Häufige Fragen
Gibt es Spielhalle Tricks, die bei Book of Ra funktionieren?
Keiner der bekannten Tricks verändert die Gewinnaussichten. Heiße und kalte Geräte, das Beobachten anderer Spieler, das Zählen von Drehungen oder die Wahl der Tageszeit setzen voraus, dass ein Gerät ein Gedächtnis hat oder auf Personen reagiert. Die Spielverordnung und die Technische Richtlinie der PTB verlangen das Gegenteil: zufällige Gewinnaussichten, keine langfristigen Trends, gleiche Chancen für jeden Spieler.
Wie viel darf man in der Spielhalle pro Stunde verlieren?
Nach § 13 Nr. 4 SpielV dürfen die Verluste, also Einsätze abzüglich Gewinne, im Verlauf einer Stunde 60 € nicht übersteigen. Umgekehrt begrenzt § 13 Nr. 5 den Gewinn abzüglich der Einsätze auf 400 € pro Stunde. Auf lange Sicht darf nach Herstellererklärung höchstens ein Betrag von 20 € je Stunde als Kasseninhalt im Gerät verbleiben.
Was ist der Höchsteinsatz an einem Spielautomaten in der Spielhalle?
In einem Spiel von fünf Sekunden, der Mindestdauer, darf der Einsatz 0,20 € nicht übersteigen und der Gewinn höchstens 2 € betragen. Dauert ein Spiel länger, dürfen Einsatz und Gewinn für jede volle Sekunde um 0,03 € beziehungsweise 0,30 € steigen, bis zu einer Spieldauer von 75 Sekunden. Rechnerisch ergibt das höchstens 2,30 € Einsatz und 23 € Gewinn.
Warum muss man in der Spielhalle nach einer Stunde Pause machen?
§ 13 Nr. 6 SpielV schreibt nach einer Stunde Spielbetrieb eine Pause von mindestens fünf Minuten vor, in der das Gerät weder Einsätze annimmt noch Gewinne auszahlt, keine Demonstrationsspiele zeigt und keine Animationen abspielt. Nach drei Stunden folgt ein Ruhezustand von mindestens fünf Minuten, in dem der Geldspeicher geleert und alle Anzeigen auf ihre Anfangswerte gesetzt werden.
Laufen in der Spielhalle dieselben Book of Ra Versionen wie online?
Nicht dieselben Produkte. Spielhallengeräte sind Geldspielgeräte mit Bauartzulassung der PTB und unterliegen der Spielverordnung; virtuelle Automatenspiele dürfen nach § 22a Abs. 12 GlüStV nicht stationär vertrieben werden. Für Spielhallen bietet die Novomatic-Tochter LÖWEN ENTERTAINMENT eigene Spielepakete an, zuletzt mit Book of Ra Treasure Gems als hervorgehobenem Titel. Wie Book of Ra dort im Einzelnen dargestellt wird, ist nicht öffentlich dokumentiert.
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